Warum Einlagen für Pferde?

17. März 2020

„Einlegesohlen“ oder „Einlagen“ – das klingt ein bisschen nach Problemen mit krummen Füßen

Vielleicht hat es die Hufschuheinlage deshalb etwas schwer, allgemein Anerkennung zu finden. Völlig zu Unrecht, wenn man sich die anatomischen Gegebenheiten einmal näher betrachtet.

Nicht umsonst haben gute Schuhe für Menschen ein Fußbett. Die meisten Menschen bekommen beträchtliche Beschwerden, wenn sie dauerhaft auf einem harten, geraden, unnachgiebigen Untergrund laufen. Ist das der eigene Schuh, kann man dem Problem kaum entgehen, egal, auf welchem Boden man sich bewegt. Umgekehrt macht ein harter, flacher Boden keine Probleme, wenn das Schuhwerk stimmt und die nötige Stoßdämpfung und Unterstützung bietet. Vom modernen Sportschuh bis zum Wanderschuh sind sie alle mit möglichst guter, flexibler Dämpfung und einem anatomisch geformten oder sich anformenden Fußbett ausgestattet.

„Jaaa – aber Pferde haben Hufe aus hartem Horn, das lässt sich so nicht vergleichen…“ – falsch, das lässt sich ganz gut vergleichen, denn das Horn ist nur vermeintlich hart und unflexibel. Das Hufhorn passt sich den Einflüssen an, denen es ausgesetzt ist: Nässe lässt es auf Dauer weicher werden, Trockenheit spröde. Bakterien können es angreifen und schwächen. Das Horn wächst und kann sich dabei unter ungünstigen Bedingungen verbiegen. Es nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie ab. Im Hufinneren gibt es Blutgefäße, Nerven, Gewebe: Ein lebendiger Organismus, der im Stoffwechselgeschehen eine große Rolle spielt.

Schaut man sich die Hufunterseite an, sieht man ein Profil, bestehend aus mehr oder weniger gewölbter Sohle, aus Eckstreben, Strahl mit Strahlfurchen und auslaufend mit Trachten und Ballen.

Wird der Huf dauerhaft auf einen künstlichen Rand gestellt wie beim Hufeisen, können dafür vorgesehene Bereiche des Hufes das Pferdegewicht nicht mittragen, während die Randbereiche überlastet werden. Die Strukturen im Inneren des Hufes, welche die Verbindung zu den Knochen, Gelenken, den Sehnen und Bändern darstellen, werden geschädigt und irgendwann machen sich diese Schäden bemerkbar.

Ein Hufschuh hat im Gegensatz dazu eine geschlossene Sohle, was bereits eine Verbesserung zur Situation mit dem künstlichen „Tragrand“ darstellt. Allerdings stehen die Hufe in den meisten Hufschuhen auf einer flachen, relativ unnachgiebigen Sohlenfläche. Das „Fußbett“ fehlt. Einige Hufschuhhersteller haben eine Art Strahlunterstützung“ in ihren Schuhen angedeutet. Allerdings sind Pferdehufe selten genormt, sondern weichen zum Teil in ihrer Form und im Profil stark voneinander ab. Daher macht es Sinn, ein individuelles „Fußbett“ in die Hufschuhe einzulegen. Nun werden Strahl, Sohle, Eckstreben und Randbereiche so genutzt, wie die Natur es vorgesehen hat, egal wie ausgeprägt sie sind. Die Gewebestrukturen im Hufinneren werden geschützt, ebenso die angrenzenden Gelenke sowie Sehnen und Bänder, denn nun können die Hufe ihre volle Funktion erfüllen.

Die myFREEDM Sohlen sind das denkbar einfachste und gleichzeitig effektivste individuelle Fußbett für Pferde, denn sie lassen sich allein durch das Gewicht des Pferdes verformen. So entsteht nach kurzer Tragezeit ein individueller Abdruck der Hufunterseite, womit diese perfekt unterstützt wird. Je länger oder häufiger die Tragzeit, desto stärker ist der Abdruck auf der Einlegesohle. Dank Memoryeffekt lässt sich dieser aber immer wieder ein großes Stück zurück formen – die Erholungszeit zur Rückformung hängt davon ab, wie stark dieser Eindruck ist.

Weitere Argumente für das „Fußbett für Pferde“? Die Natur hat das Pferd perfekt für viel und langes Laufen über jegliche Untergründe ausgestattet. Die Hufe sind „Bodensensor“ und „Stoßdämpfer“ zugleich, um den Bewegungsapparat blitzschnell und zuverlässig vor Schäden zu schützen. Die gesamte Hufunterseite ist für diese Funktionen von Bedeutung. Bei gesunden Barhufen und sich frei bewegenden Pferden ist dazu keinerlei Schutz nötig: Die funktionellen Hufe sind selbst Schutz genug. Bei unseren Reitpferden sieht die Situation meist anders aus. Sie laufen über die Untergründe, die wir Reiter ihnen vorgeben. Die Laufleistung hängt deutlich hinter der ihrer freilebenden Artgenossen zurück. Ihre Hufe kommen mit weitaus mehr krankmachenden Faktoren in Berührung, da sie sich ihre Lebensumgebung nicht selbst aussuchen können. Durch mangelnde Abnutzung, weniger Bewegung und häufig auch eine Fehlernährung leiden die Hufe. Und nicht zuletzt hat die Art der Hufbearbeitung einen großen Einfluss auf die Funktionalität.

Einlegesohlen wie die myFREEDM Sohlen bringen ein Stück natürliche Funktionalität zurück: Die Hufe werden stimuliert wie beim Laufen mit durch Erde aufgefüllte Bereiche. Wenn die Hufe ihre Funktionalität eingebüßt oder noch nicht komplett zurückgewonnen haben, wie beispielsweise bei der Umstellung von Eisenbeschlag auf Barhufe mit temporärem Schutz, sind sie für das Pferd eine schmerzlindernde, die Entwicklung begleitende wichtige Maßnahme. Sie nehmen die Hauptbelastung vom Hufrand – von der Periphere – und verteilen ihn gleichmäßig und flächig. Gesunde Hufe schützen den gesamten Bewegungsapparat des Pferdes vor Schäden und halten ihn lange fit!

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