Zu den Sohlen: Hintergrundinfos und Fragen, die uns gestellt werden – Teil 1

19. April 2020

Der Antrieb

Seit 20 Jahren beschäftigt mich der Pferdehuf. Mal hauptberuflich, mal nebenberuflich, aber immer intensiv. Dass kein Pferd ohne Hufe überleben kann, ist klar. Dass ein ansonsten kerngesundes Pferd vorzeitig zum Rentner werden kann oder sogar frühzeitig stirbt, weil die Hufsituation aussichtslos scheint, hat mich immer sehr beschäftigt. Vor allem, weil der Prozentsatz diese Pferde unglaublich hoch ist. Das Wissen um Hufe ist in meinen 20 Jahren professioneller Beschäftigung mit ihnen enorm gewachsen – und doch gibt es nach wie vor viel zu viele Pferde mit schlechten Hufen und allen sich daraus ergebenden Folgen. Deshalb ist es immer noch ein wichtiges Unterfangen, den Pferdehufen Aufmerksamkeit zu verschaffen, das Wissen zu verbreiten und mitzuwirken, dass unsere Pferde auf schmerzfreien Hufen arbeiten und leben können.

Die Idee

Die myFREEDM Sohlen sind das jüngste Ergebnis dieser intensiven Suche nach Möglichkeiten, Pferden auf dem Weg zu gesunden, guten Barhufen zu helfen. Anfang 2018 kam ich erstmals durch die Firma Schlaadt Plastics GmbH mit diesem ungewöhnlichen Material in Verbindung und es entstand eine Idee, so simpel wie naheliegend: Warum nicht Hightech-Materialien als Einlagen in Hufschuhen für Pferdehufe nutzen? Die Eigenschaften des Hochleistungspolymers sind enorm spannend: Sehr hohe Stoßdämpfung, Energierückstellung und Energieumleitung, dazu kaum Gewicht, nahezu unendlich wiederholbarer Memoryeffekt und unerschütterlich pflegeleicht. Die 12monatige Testphase begann.

Die Testphase

Ganz verschiedene Pferde und Ponys haben zunächst die Prototypen der Therapie Sohle, später auch der Sport Sohle und der Freizeit Sohle in allen erdenklichen Situationen getragen. Beim Ausritt und Training sowie als Dauereinlage bei Hufrehe, Arthrose, Spat, akuten Gelenksentzündungen und Rückenproblemen. Vom 1-Meter-Shetty bis zum 1.65 Warmblut reichte die Liste der Tester. An Hufschuhen wurden im Test ebenfalls viele unterschiedliche Modelle verwendet. Und ganz ehrlich: Wir waren in diesem Testjahr 12 Monate lang begeistert. Die Patientenpferde waren deutlich schmerzfreier, bewegten sich mehr und lockerer und die Hufe entwickelten sich unter Einsatz der myFREEDM Sohlen rascher zu Qualität. Wir haben bei schwierigen Bewegungsmustern und ganz unterschiedliche Körperbaustellen Ponys und Pferde beim Muskelaufbau erfolgreich mit ihnen unterstützt und bei Rehe-Akut-Patienten in Sekunden polstern können. Bei nahezu jedem Pferd war der Unterschied beim Laufen ohne und mit myFREEDM Sohlen sofort zu sehen – und beim Reiten auch zu spüren. So locker und elastisch laufen Pferde sonst nur über federnden Waldboden!

Viele Fragen

Es ist mir also eine Freude, diese Sohlen als wertvolle Unterstützung allen Pferden zur Verfügung zu stellen. Natürlich ist es wie bei allem, was eher neu ist: Es tauchen viele Fragen auf, manch Pferdebesitzer ist erst einmal skeptisch. Daher kommt jetzt eine kleine Serie Blog Artikel zu den myFREEDM Sohlen selbst und zu ein paar häufig gestellten Fragen. Hier die ersten beiden:

  • Warum sind die myFREEDM Sohlen so teuer?
    • Sie lassen sich nicht vergleichen mit anderen Einlegesohlen. Ihr besonderes Material, ihre wertvollen Eigenschaften für die Hufgesundheit und das Training sowie ihr aufwendiger Herstellungsprozess bilden zusammen etwas ganz Neues. Vom Ausgangsmaterial – kleinen Hochleistungspolymer-Kügelchen – bis zur fertigen Einlegesohle in verschiedenen Stärken und Härtegraden, sorgen hochtechnische und ausgeklügelte Prozesse dafür, dass die myFREEDM Sohlen sehr lange halten und das Pferd und seine Hufe bestmöglich unterstützen.
  • Was ist der Memory-Effekt?
    • Das Material der myFREEDM Sohlen hat die Eigenschaft, sich an seine Form „zu erinnern“. Das Gewicht des Pferdes, welches auf dem Huf lastet, sorgt dafür, dass sich ein Abdruck der Hufunterseite bildet. Je länger das Pferd mit seinem Gewicht einwirkt, umso stärker wird der Abdruck. Nach und nach wird die myFREEDM Sohle durch das Gewicht auch immer schmaler gedrückt. Andere Hufschuh-Einlagen sind an dieser Stelle der Geschichte reif für die Mülltonne. Nicht die myFREEDM Sohle: Legt man sie eine Weile beiseite, plustert sie sich Stück für Stück wieder auf. Je länger sie pausieren darf, umso mehr nähert sie sich ihrer Ursprungsdicke an. Da dies aber von vielen Faktoren abhängt – Pferdegewicht, Tragedauer, Untergrund, Art der Bewegung, Art der Hufschuhe…. – können wir keine verbindlichen Zeitangaben machen. Aber von unseren eigenen Erfahrungen berichten: Bei einer täglichen Nutzung während des Reitens, Fahrens oder anderer gezielter Bewegung von ca. 2 Stunden reicht der myFREEDM Sohle lange Zeit die Pause über Nacht. Nach vielen Wochen dieser Nutzung spürt man aber doch, dass sie stetig abnimmt und sollte ihr dann etwa eine Woche Pause gönnen.Beim Dauertragen ist es etwas anderes: Hier haben wir mindestens wöchentlich gewechselt; bei sehr schweren Pferden und extremen Hufsituationen auch öfter. Daher ist es vorteilhaft, dann mindestes 2 Paar myFREEDM Sohlen im Wechsel zu nutzen. Diese haben dann aber auch eine wirklich sehr lange Lebensdauer.Zweiter Memory-Effekt ist die „Erinnerung“ an den Hufabdruck: Wird die myFREEDM Sohle stets am gleichen Huf verwendet, drückt sich die Hufunterseite dort in die tiefen Schichten ein. Auch nach der Aufplusterpause ist dieses Fußbett sofort wieder verfügbar und sehr bald sichtbar. Daher haben wir möglichst immer die selbe Sohle am selben Huf eingesetzt – so hat das Pferd immer sein bequemes, individuelles „Hufbett“.

 

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